| Volltextsuche: |
| Brauchen Sie Hilfe bei der Suche? |
|
 |
Ganglion
Allgemeines: Eine der häufigsten Schwellungen im Bereich der Hände stellen die Ganglion (Überbeine) dar. Meist an den beuge- oder streckseitigen Handgelenken auftretend, handelt es sich um sackförmige Ausstülpungen von Gelenkskapseln oder Sehnenscheiden, welche über einen mehr oder weniger großen Stiel mit dem Gelenk verbunden sind. Besonders bei schlaffem Bindegewebe kommt es zwischen den Handwurzelknochen zu prall elastischen Schwellungen (immer gutartig), deren Inhalt meist Gelee artig ist. Während am Handgelenk die Gelenkskapsel den Durchtritt ermöglicht, so treten die Ganglien im Bereich der Finger oft zwischen den Ringbändern der Beugesehnen als sogenannte Ringbandganglien auf. An den Endgelenken der Langfinger werden sie als degenerative Gelenkszysten bei Arthrosen dieser Gelenke beobachtet. Eindeutige Ursachen neben der bereits erwähnten Bindegewebsschwäche wurden bis heute nicht gefunden.
Diagnostik: Alle Ganglien können, müssen aber nicht Schmerzen verursachen. Während bei einem Patienten eher die Bewegungseinschränkung im Vordergrund steht, ist ein Anderer durch einen Ruheschmerz oder die kosmetische Störung belastet. Eine endgültige Diagnostik stellt nur die Entfernung dar, gefolgt von einer feingeweblichen Aufarbeitung. Praeoperativ sollte eine Röntgenuntersuchung der Handgelenke erfolgen um Veränderungen der Knochen oder Folgen nach Verletzungen auszuschließen.
Therapie: Bei der konservativen Therapie kommen meistens Nachtschienen zur Anwendung. Punktionen beinhalten immer das Risiko einer Infektion und führen in ca. 2/3 der Fälle zu einem Wiederkehren. Bei Schmerzen und Bewegungseinschränkung sollte das Ganglion nach handchirurgischen Standards in einer Armbetäubung komplett dargestellt und entfernt werden. Nur bei kleinen Stielen sollten diese verschlossen werden. Während Handgelenksganglien mittels Gipschiene für 14 Tage ruhiggestellt werden, ist dies beim Ringbandganglion und deg. Gelenkszysten nicht notwendig.
Nachbehandlung: Nach einer 2-wöchigen Ruhigstellung schließt sich in der Regel noch eine 1-2-wöchige Schonfrist an. Zusätzlich Krankengymnastik kann in Einzelfällen notwendig werden. Durch Vernarbungen oder andere Faktoren können jedoch Verbesserungen der Schmerzen im Bereich des Ganglion ausbleiben oder nur sehr langsam über einige Monate abnehmen. Die berufliche Exposition spielt hier eine entscheidende Rolle. Über das Wiederkehren von Ganglien (bis zu 15%) muss der Patient aufgeklärt werden.
|