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Gemeinschaftspraxis Blockus - Huber - Schmidt
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Kniegelenk Knorpelschaden/Arthrose


Allgemeines
Der Knorpel unterliegt erheblichen Belastungen. Abhängig von der entsprechenden Intensität führt dies zu dessen Abnutzung und somit zu einem Verschleiß (Arthrose). Die Folge davon sind abhängig von der Ausprägung entzündliche Veränderungen mit Schmerzen und zunehmender Einschränkung der Sportfähigkeit und schließlich der Mobilität. In vielen Fällen führen eine Verletzung bzw. eine aussergewöhnliche Beanspruchung zu vorzeitigen Knorpelschäden. Zum Beispiel:
  • Sportarten, bei denen vermehrt Druckspitzen und Drehbewegungen des Kniegelenkes auftreten (Fußball, Skifahren)
  • Instabilität des Kniegelenkes nach Kreuzbandverletzung
  • Meniskusschäden und somit verminderter Knorpelschutz
  • „Herausspringen“ der Kniescheibe
  • Fehlstellung der Beine („O-Bein“)
  • Übergewicht
Diagnostik
Meist erlaubt bereits der Untersuchungsbefund in Zusammenschau mit den von dem Pat. geschilderten Beschwerden die Diagnosestellung. Genauere Erkenntnisse lassen sich durch eine NMR-Untersuchung und bei der Gelenkspiegelung gewinnen. Beim fortgeschrittenen Knorpelschaden sind aber bereits beim Röntgenbild krankhafte Veränderungen zu erkennen.

Therapie
Ein bereits eingetretener Knorpelschaden ist nicht rückgängig zu machen. Lediglich das rasche Fortschreiten kann durch verschiedene Maßnahmen gebremst werden:

Nicht operative Maßnahmen:
  • Vermeidung starker Belastung (Änderung der sportlichen Aktivität, Gewichtsabnahme)
  • „Knorpelaufbauspritzen“ haben nur einen mäßigen Effekt
  • Bandagen und ggf. Einlagenversorgung
Operative Maßnahmen:

Beheben von Instabilitäten
Ein gerissenes Kreuzband wird durch andere körpereigene Sehnen (Kniescheibensehne, Semitendinosussehne) ersetzt. Zur Vermeidung von Knorpelschäden durch öfteres „Herausspringen“ der Kniescheibe sind hier stabilisierende Maßnahmen angezeigt (z.B. Durchtrennung der äußeren Gelenkkapsel, Verstärkung der innenseitigen Gelenkkapsel)

Beheben von Fehlstellungen
Beispielsweise führt ein O-Bein zu einer vermehrten Belastung des innenseitigen Anteils des Kniegelenkes. Durch Korrektur der Beinachsen können hier gute Ergebnisse erzielt werden.

Glätten von Knorpelunregelmäßigkeiten
Dabei wird über eine Gelenkspiegelung mit speziellen Instrumenten der geschädigte Knorpel „beschliffen“. Schmerzhafte Unregelmäßigkeiten werden somit behoben. Allerdings handelt es sich hierbei um ein Verfahren mit oftmals nur kurzfristigem Effekt.

Anregung der körpereigenen Knorpelneubildung
Bei einer Gelenkspiegelung wird im Bereich von Knorpelschäden der darunterliegende Knochen an mehreren Stellen angebohrt (Pridie-Bohrung)bzw. minimal angebrochen (Mikrofrakturierung). Die dabei aus dem Knochenmark austretenden Stammzellen lagern sich in dem Knorpeldefekt an und bilden sich dort zu einem knorpelähnlichen Gewebe um. Dieses Ersatzgewebe ist allerdings nicht so belastbar wie richtiger Knorpel.

Verpflanzung von Knochen-Knorpelzylindern
Diese Zylinder (Größe vergleichbar mit einem Zigarettenfilter) werden an einer weniger belasteten und mit gesundem Knorpel bedeckten Stelle des Kniegelenkes entnommen und in den Defekt eingesetzt. Dabei können abhängig von der Defektgröße auch mehrere Zylinder nebeneinander zu liegen kommen („Mosaikplastik“)

Autologe Chondrozytentransplantation
In einer ersten Sitzung werden dem Pat. über eine Gelenkspiegelung sehr kleine Knorpelstücke entnommen. Diese Knorpelzellen werden dann in einem Speziallabor zu einer größeren Menge gezüchtet. Anschließend werden diese dann in den Knorpeldefekt eingepflanzt.


Prothetischer Ersatz der Gelenkflächen („künstliches Kniegelenk“)
Die oben genannten Verfahren sind nur bei umschriebenen Knorpelschäden sinnvoll. Sind große Gelenkflächen betroffen, so besteht hier die Möglichkeit des Ersatzes eines Teiles bzw. der ganzen Knorpelfläche mit künstlichem Material (Stahl, Titan...). Dieser Eingriff zeigt in der Regel ausgezeichnete Resultate und hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten zu einem der erfolgreichsten orthopädischen Operationen entwickelt.





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